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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 05.08.2021

Tierhaltung in Mietwohnung - Kein grundsätzliches Verbot

Vermieter dürfen Mietern nicht pauschal verbieten, ein Haustier zu halten. Bei Hund und Katze dürfen sie aber verlangen, dass ihre Zustimmung eingeholt wird. Gewöhnliche Kleintiere wie Zierfische oder Hamster sind hingegen erlaubt. Die Zustimmung darf nicht generell verweigert werden. Wenn Mieter sich einen Hund oder eine Katze zulegen wollen, sollten sie fragen. Vermieter müssen hierbei die Interessen aller Mietvertragsparteien und der Nachbarn abwägen. Sie dürfen aber nicht willkürlich ihre Zustimmung zur Hunde- und Katzenhaltung verweigern. Eine entsprechende Klausel im Mietvertrag ist also unwirksam. Das entschied der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 168/12).

Kleintiere sind Tiere, die in geschlossenen Behältnissen gehalten werden können. Sie stellen lt. Bundesgerichtshof keine Beeinträchtigung für die Wohnung dar und stören niemanden (Az. VIII ZR 340/06). Die Haltung gehört stets zum vertragsmäßigen Gebrauch einer Mietwohnung. Eine Erlaubnis muss hier nicht eingeholt werden. Ungewöhnliche Kleintierhaltung ist jedoch nicht immer zulässig. Für ungewöhnliche Tiere, etwa eine Gift- oder Würgeschlange, gilt nach Ansicht des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg nicht automatisch, dass diese ohne Einholung einer Erlaubnis gehalten werden können (Az. C 10 166/88).

Wenn ein erlaubtes Haustier jedoch gefährlich wird, weil es beispielsweise andere Menschen verletzt, kann die Haltung dieses Tieres untersagt werden. Das entschied das Amtsgericht München im Falle eines Minischweins (Az. 413 C 12648/04).

Nutztierhaltung muss ebenfalls nicht erlaubt werden. Das entschied das Amtsgericht Köln im Fall eines Mieters, der Hühner auf dem Balkon hielt (Az. 214 C 255/09). Ebenfalls verboten werden darf die Haltung von Wildtieren, die nach Wildtier riechen. So entschied das Amtsgericht Berlin-Spandau im Fall einer Mieterin, die in ihrer Wohnung und auf dem Balkon mehrere Igel pflegte (Az. 12 C 133/14).

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